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Das Wichtigste in Kürze

Nach dem Tod eines nahestehenden Menschen fällt es vielen Hinterbliebenen schwer, sich um notwendige Formalitäten und die Bestattung zu kümmern. Erste Formalie nach dem Tod einer nahestehenden Person ist die Benachrichtigung eines Arztes, der die Todesbescheinigung ausstellt. Parallel dazu sollten die engsten Angehörigen benachrichtigt und ein Bestattungsinstitut verständigt werden. Das Standesamt muss spätestens nach 3 Werktagen informiert werden.

Benachrichtigung des Arztes

Todesfall zu Hause

Ist der Tod zu Hause eingetreten und war er zu erwarten, sollte möglichst der behandelnde Hausarzt benachrichtigt werden. Dieser untersucht den entkleideten Leichnam und stellt den Totenschein aus. Falls der Hausarzt nicht erreichbar ist, kann auch der ärztliche Bereitschaftsdienst (Telefon: 116 117) verständigt werden.

Todesfall in einem Heim oder Krankenhaus

Im Pflegeheim und im Krankenhaus kümmert sich in der Regel das Pflegepersonal um die Benachrichtigung eines Arztes. Die Todesbescheinigung wird direkt dort von einem Arzt ausgestellt. Das Pflegepersonal informiert über die weiteren Schritte nach einem Todesfall.

Unnatürliche oder ungeklärte Todesursache

Wenn die Todesursache nicht eindeutig festgestellt werden kann oder der Verdacht auf Selbsttötung, Unfall oder Gewalteinwirkung besteht, vermerkt der Arzt dies auf der Todesbescheinigung und verständigt die Polizei, die ggf. die Kriminalpolizei hinzuzieht und eine Obduktion veranlasst.

Bei einer Obduktion wird untersucht, woran eine Person gestorben ist und wie der Tod eingetreten ist. Erst nach der Freigabe der verstorbenen Person kann die Bestattung erfolgen. Die Kriminalpolizei ist Ansprechpartner für die Hinterbliebenen und informiert diese über den weiteren Verlauf der Ermittlungen.

Bescheinigungen und Urkunden

Todesbescheinigung

Eine Todesbescheinigung (= Totenschein, Leichenschauschein) kann erst dann ausgestellt werden, wenn sichere Todeszeichen eingetreten sind. Sie ist eine öffentliche Urkunde. Der Arzt, der den Leichnam gründlich untersucht und den Tod zweifelsfrei festgestellt hat, füllt die Todesbescheinigung aus.

Der Aufbau des Formulars und die Art der einzutragenden Informationen können in den einzelnen Bundesländern variieren.

Generell müssen folgende Angaben gemacht werden:

  • Personalien der verstorbenen Person
  • Zeit und Ort des Todes
  • Wenn möglich die Todesursache
  • Todesart: natürlich, ungeklärt oder Anhaltspunkte für einen nicht-natürlichen Tod

Die Todesbescheinigung besteht aus einem vertraulichen und einem nicht vertraulichen Teil.

Nicht vertraulicher Teil

Wird nach dem Ausfüllen den Angehörigen übergeben und dient zur Vorlage beim Standesamt.

Vertraulicher Teil

Der vertrauliche Teil enthält medizinische Angaben, insbesondere zur Todesursache und zur Krankheitsgeschichte. Er wird verschlossen an die je nach Landesrecht zuständige Stelle (z.B. Gesundheitsamt) weitergeleitet. Bei einem ungeklärten oder nicht natürlichen Tod erhalten ihn die Ermittlungsbehörden (Polizei oder Staatsanwaltschaft).

Obduktionsschein

Ist eine innere Leichenschau (Obduktion) durchgeführt worden, wird ggf. zusätzlich zur Todesbescheinigung ein Obduktionsschein ausgestellt.

Kosten der Todesbescheinigung

Nach jedem Todesfall ist eine ärztliche Leichenschau erforderlich. Die Kosten dafür werden nicht von der Krankenkasse übernommen, sondern müssen von den zahlungspflichtigen Hinterbliebenen der verstorbenen Person getragen werden. Die Höhe der Rechnung richtet sich nach den Leistungen, die nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) berechnet werden. Die Kosten der Todesbescheinigung müssen genau aufgeführt sein.

Vor einer Feuerbestattung ist verpflichtend eine zweite Leichenschau notwendig. Auch diese Kosten werden den Hinterbliebenen in Rechnung gestellt.

Weitere Informationen bietet der Aeternitas e.V. Verbraucherinitiative Bestattungskultur unter www.aeternitas.de > Für Betroffene > Kosten und Vorsorge > Kostenüberblick > Ärztliche Leichenschau.

Beurkundung und Sterbeurkunde

Sterbefälle sind spätestens nach 3 Werktagen dem zuständigen Standesamt zu melden, das dann Sterbeurkunden ausstellt. Die Sterbeurkunde bescheinigt den Tod eines Menschen, den Ort und den Zeitpunkt des Todes.

Die Beurkundung erfolgt immer beim Standesamt am Sterbeort, nicht am Wohnort. Dort werden auch Auskünfte erteilt, welche Unterlagen dafür notwendig sind. Häufig erledigt auch das beauftragte Bestattungsinstitut die Formalitäten.

Die Kosten der Ausstellung einer Sterbeurkunde können durch die einzelnen Gemeinde- und Stadtverwaltungen festgelegt werden. Teilweise sind die ersten 3 Exemplare kostenlos, oder ab einer gewissen Anzahl an Sterbeurkunden ist eine Vergünstigung möglich.

Sterbeurkunden werden z.B. benötigt für

  • Einwohnermeldeamt (teilweise erfolgt aber eine automatische Meldung)
  • Friedhofsamt
  • Krankenkasse
  • Rentenversicherungsträger
  • Private Versicherungen

Testament und Erbschein

Existiert ein Testament, dann ist dieses umgehend beim Nachlassgericht abzugeben. Die Beantragung eines Erbscheins erfolgt ebenfalls beim zuständigen Nachlassgericht. Näheres unter Testament und Erbschein.

Benachrichtigungen

Personen im Umfeld

Die engsten Angehörigen, Verwandten und Freunde sollten nach dem Tod eines Menschen sofort benachrichtigt werden, damit sie die Möglichkeit haben, sich von der verstorbenen Person zu verabschieden. Dazu können je nach Intensität der Begleitung auch Hospizbegleiter, Pflegekräfte, Ärzte und andere helfende Personen zählen. Des Weiteren sind ggf. Arbeitgeber, Kollegium, Pfarramt und Vereine, in denen die verstorbene Person Mitglied war, zu informieren.

Außerdem sollte ggf. der eigene Arbeitgeber wegen Sonderurlaub informiert werden.

Versicherungen und Verträge

Bei einem Todesfall müssen alle Versicherungen, Vereine, Verbände und Vertragspartner der verstorbenen Person informiert werden.

  • Lebens- und Unfallversicherungen sind unverzüglich vom Todesfall zu informieren.
    Wenn ein Unfallversicherungsfall vorliegt (Arbeitsunfall, Berufskrankheit), gibt es Sterbegeld.
  • Vorlage der Sterbeurkunde oder einer beglaubigten Kopie bei der Rentenversicherung. Dort können dann auch die Witwer- oder Witwenrente und die Waisenrente beantragt werden.
  • Krankenkasse innerhalb von 4 Wochen informieren, da die Beitragsabbuchungen dann umgehend gestoppt werden. Sind Angehörige bisher beitragsfrei bei der verstorbenen Person mitversichert (Familienversicherung), müssen sie sich um den weiteren Versicherungsschutz kümmern.
  • Vereinsmitgliedschaften enden prinzipiell mit dem Tod. Falls nicht, muss der Vertrag schriftlich gekündigt werden.
  • Hausrat-, Haftpflicht-, Kfz- und ähnliche Versicherung umgehend schriftlich informieren.
  • Pflegedienstleistungen, z.B. Essen auf Rädern, kündigen.
    Finanzielle Leistungen der Pflegeversicherung werden für den Rest des Sterbemonats nicht zurückverlangt.
  • Strom, Telefon, Rundfunk/Fernsehen, Kabel, Internet, Zeitschriften, Kfz etc. um- bzw. abmelden.

Mietwohnung

Der Mietvertrag endet mit dem Tod nicht automatisch. Leben Ehepartner, Lebenspartner oder Angehörige in der Wohnung, können sie den Mietvertrag unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen. Gibt es keine Person, die in den Vertrag eintritt, geht das Mietverhältnis auf die Erben über.

Der Vermieter sollte möglichst bald über den Todesfall informiert werden. Wenn das Mietverhältnis auf die Erben übergeht, können sowohl die Erben als auch der Vermieter innerhalb eines Monats außerordentlich kündigen. Bei mehreren Erben müssen in der Regel alle Erben gemeinsam handeln.

Todesanzeigen, Trauerbriefe, Danksagungen

Todesanzeigen können als öffentliche Bekanntgabe des Todes in der Tageszeitung und/oder online veröffentlicht werden. Bei der Aufgabe einer Todesanzeige müssen inhaltliche und formale Kriterien eingehalten werden.

Bei der Gestaltung der Anzeige sind Mitarbeitende der Zeitung behilflich, meist stehen auch Musteranzeigen zur Verfügung. Früher waren standardisierte Texte und Symbole üblich. In den letzten Jahren erscheinen immer häufiger individuell gestaltete Anzeigen mit Fotos oder Bildern.

Trauerbriefe können an ausgewählte, der verstorbenen Person nahestehende Menschen verschickt werden. Sie können von Details berichten und den Schmerz in Worte fassen. Sie werden in der Regel gedruckt und zeitgleich mit der Anzeige in Auftrag gegeben.

Inhalt von Todesanzeigen und Trauerbriefen

Todesanzeigen und Trauerbriefe enthalten meist ähnliche Informationen. Häufig genannt werden der Name der verstorbenen Person, Geburts- und Sterbedatum, die Angehörigen sowie Angaben zur Trauerfeier und Bestattung. Oft enthalten sie außerdem einen persönlichen Trauerspruch, einen Ausdruck des Abschieds sowie Hinweise zu Blumen- oder Spendenwünschen. Fotos, Symbole oder digitale Kondolenzmöglichkeiten sind ebenfalls verbreitet. Welche Angaben aufgenommen werden, entscheiden die Angehörigen.

Viele Hinterbliebene bedanken sich einige Wochen nach der Bestattung für die erhaltene Anteilnahme, z.B. durch eine Danksagung in der Zeitung, eine Karte, einen Brief oder über digitale Trauerportale.

Bestattungsinstitut beauftragen

In der Regel wird ein Bestattungsinstitut für die Überführung und die Organisation der Bestattung beauftragt. Mit diesem wird dann das weitere Vorgehen abgesprochen. Näheres unter Bestattungsformen und Bestattungsinstitute.

Kosten und Finanzierung

Die Kosten der Beerdigung trägt der Erbe (§ 1968 BGB). Um sich einen Überblick über die entstehenden Kosten zu machen, empfiehlt es sich, einen aufgeschlüsselten Kostenvoranschlag vom Bestattungsinstitut zu verlangen und bei den Behörden, insbesondere bei der Friedhofsverwaltung, nach den Gebühren zu fragen.

Bei Menschen, die bedürftig sind, die keine Angehörigen haben oder deren Angehörigen die Kosten nicht zugemutet werden können, übernimmt das Sozialamt die Bestattungskosten.

Die Kosten sind regional unterschiedlich. Sie richten sich stark nach der Gestaltung und dem Aufwand für die Bestattung, die Trauerfeier und das Grab.

Aeternitas bietet zahlreiche Informationen z.B. unter www.aeternitas.de > Für Betroffene > Kosten und Vorsorge praktische Listen und Kalkulationshilfen oder unter www.aeternitas.de > Publikationen > Für Betroffene > Ratgeber für den Preisvergleich mehrere Ratgeber für Preisvergleiche.

Kontenverfügung

Kosten für die Bestattung und dazugehörige Ausgaben können auch vom gedeckten Girokonto oder aus dem Vermögen der verstorbenen Person beglichen werden. Dafür müssen die Bank die Angehörigen als legitimiert ansehen, über das Vermögen der verstorbenen Person zu verfügen. Die Legitimation erfolgt meist durch Vorlage des Erbscheins, des Testamentsvollstreckungszeugnisses oder einer Testamentsabschrift sowie der zugehörigen Eröffnungsniederschrift. Zudem müssen die Sterbeurkunde und die mit der Bestattung in Verbindung stehenden Rechnungen bei der Bank vorgelegt werden.

Es ist hilfreich, im Zuge eines Testaments frühzeitig zu klären, wer über die Bankkonten verfügen darf, und ggf. entsprechende Vollmachten auszustellen, Näheres unter Vorsorgevollmacht > Sonderformen.

Steuererklärung

Der Erbe muss die letzte Steuererklärung für die verstorbene Person zeitnah abgeben.

Praxistipps

  • Zahlreiche sehr konkrete Informationen, Downloads und Links bietet der Verein Aeternitas unter www.aeternitas.de, z.B. eine kostenlose Checkliste für den Trauerfall unter www.aeternitas.de > Für Betroffene > Trauerfall > Checkliste.
  • Aufgaben müssen nicht von einer Person allein erledigt werden. Angehörige oder Freunde können Telefonate übernehmen, Unterlagen sortieren, Termine notieren oder Angebote von Bestattungsinstituten vergleichen.
  • Wer in der Trauerzeit überfordert ist, kann sich an eine Trauerberatungsstelle, einen ambulanten Hospizdienst, eine Selbsthilfegruppe oder eine psychosoziale Beratungsstelle wenden.

Einrichtungen der Sterbebegleitung

Todeszeichen

Nach dem Tod > Abschied nehmen

Bestattungsformen und Bestattungsinstitute

Letzte Bearbeitung: 21.10.2026

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