Finanzielle Leistungen bei geringem Einkommen

1. Frage

Eine alleinerziehende, halbtags berufstätige Mutter erhält für ihre beiden Kinder Unterhalt vom Vater. Ihr gesamtes Einkommen liegt knapp über dem, was Hartz-IV-Empfänger erhalten, somit erhält sie vom Jobcenter keine Leistungen.
Sie hat erfahren, dass sie für sich und ihre Kinder im Alter von 8 und 11 Jahren beim Sozialamt Geld für Kleidung beantragen kann.
Außerdem hat die Lehrerin sie darauf hingewiesen, dass es vom Sozialamt auch Geld für Unterrichtsmittel gibt und evtl. die musikalische Begabung der Kinder unterstützt wird.

2. Antwort

Das Sozialamt ist für die Familie nicht die zuständige Stelle, sondern das Jobcenter. Dort wurde bereits geklärt, dass die Familie keine Leistungen erhält. Die Mutter hat nun die Möglichkeit bei der Familienkasse einen sog. Kinderzuschlag für ihre Kinder zu beantragen. Dieser wird bei geringem Einkommen und bei Nichtbewilligung von Leistungen des Jobcenters gewährt. Der Kinderzuschlag wird mit dem Kindergeld ausbezahlt.

Sie sollte auch bei der Wohngeldstelle prüfen lassen, ob ihr Wohngeld zusteht. Bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung kann sie nach der zuständigen Wohngeldstelle fragen.

Besteht Anspruch auf Wohngeld oder Kinderzuschlag, kann die Mutter für ihre Kinder bei der Kommune einen Antrag auf Leistungen zur Bildung und Teilhabe stellen (sog. "Bildungspaket"). Durch diese Leistung kann z.B. eine Teilnahme am Musikunterricht gefördert werden. Näheres bietet das Bundesfamilienministerium unter www.familien-wegweiser.de > Familienleistungen > Bildung & Teilhabe.

Für die musische Förderung ihrer Kinder kann sich die Mutter auch an das zuständige Schulamt oder Jugendamt wenden. Von dort kann nach Prüfung der Einkünfte ein Antrag bei einer entsprechenden Stiftung gestellt werden. Bevor das Jugendamt ein Musikinstrument finanziert, überprüft es, ob der Vater der Kinder seiner Unterhaltspflicht voll nachkommt.

Letzte Bearbeitung: 15.08.2019

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