Arbeitslosenversicherung

1. Das Wichtigste in Kürze

Die gesetzliche Arbeitslosenversicherung umfasst unter anderem Lohnersatz während der Arbeitslosigkeit (Arbeitslosengeld), Leistungen zur Beruflichen Rehabilitation und Unterstützung bei der Aufnahme von Arbeits- und Ausbildungsverhältnissen. Für die meisten Arbeiter und Angestellten ist sie eine Pflichtversicherung (Ausnahme z.B. Beamte), seit 2006 gibt es auch eine Versicherungsmöglichkeit auf Antrag, z.B. für pflegende Angehörige. Der Beitrag für Arbeitnehmer beträgt 1,25 % vom Gehalt.

2. Pflichtversicherung

Rechtsgrundlage der Arbeitslosenversicherung ist das SGB III "Arbeitsförderung". Pflichtversichert sind vor allem Personen, die gegen Arbeitsentgelt mehr als geringfügig (Minijobs Geringfügige Beschäftigung) beschäftigt oder in Berufsausbildung sind (§ 25 SGB III).

In § 26 SGB III sind eine ganze Reihe weiterer Versicherungspflichtiger detailliert aufgeführt, z.B.:

Davon ausgenommen sind z.B. Beamte, Soldaten oder Personen, die die Altersgrenze der Regelaltersrente vollendet haben (§§ 27, 28 SGB III).

Bei Pflichtversicherung ist kein Antrag nötig.

3. Versicherung auf Antrag

Auf Antrag können sich Personen versichern, die eine der folgenden Beschäftigungsarten ausüben (§ 28a SGB III):

  • Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit (mindestens 15 Stunden/Woche).
  • Beschäftigung außerhalb der EU.
  • Eltern in Elternzeit.
  • Berufliche Weiterbildung.

3.1. Voraussetzungen

Innerhalb der letzten 24 Monate vor dieser Beschäftigung (z.B. Pflege eines Angehörigen) hat ein Versicherungspflichtverhältnis von mindestens 12 Monaten bestanden

oder

es wurden Entgeltersatzleistungen (nach dem SGB III) von der Agentur für Arbeit bezogen, z.B. Arbeitslosengeld oder Übergangsgeld.

3.2. Antrag

Der Antrag auf freiwillige Arbeitslosenversicherung ist grundsätzlich innerhalb von 3 Monaten nach Aufnahme dieser Beschäftigung bei der örtlichen Agentur für Arbeit zu stellen.

4. Beitrag

(§§ 341 ff. SGB III)

Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung beträgt 2,5 % des Arbeitsentgelts, allerdings wird das Arbeitsentgelt nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze angesetzt. Diese liegt 2019 bei 6.700/6.150 € (West/Ost) monatlich. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen diesen Beitrag je zur Hälfte.

Bei Versicherungspflichtigen ohne übliches Arbeitsentgelt gelten andere Berechnungsgrundlagen für den Beitrag, z.B.:

  • bei Personen, die in Einrichtungen der Beruflichen Reha Leistungen erhalten, die ihnen eine Erwerbstätigkeit ermöglichen sollen: Berechnungsgrundlage 623/574 € (West/Ost, 1/5 der monatlichen Bezugsgröße), Beitrag: 15,58/14,35 € (West/Ost).
  • bei Bezug von Krankengeld, Versorgungskrankengeld, Verletztengeld oder Übergangsgeld: 80 % des Arbeitsentgelts, das der Leistung zugrunde liegt.
  • während der Pflegezeit und Bezug von Pflegeunterstützungsgeld: 80 % des ausgefallenen Arbeitsentgelts.
  • Pflegepersonen (pflegende Angehörige): Berechnungsgrundlage 1.557,50/1.435 € (West/Ost, 50 % der monatlichen Bezugsgröße), Beitrag: 38,94/35,88 € (West/Ost).

Der Beitrag im Jahr 2019 für freiwillig Versicherte (Menschen mit einem Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag) ist folgendermaßen festgelegt:

  • für Selbstständige: Berechnungsgrundlage 3.115/2.870 € (West/Ost, entspricht der monatlichen Bezugsgröße), Beitrag 2,5 % davon: 77,88/71,75 € (West/Ost)
  • für Selbstständige im Gründungsjahr und im darauffolgenden Jahr: die Hälfte dieser Beträge
  • für außerhalb der EU-Beschäftigte: Berechnungsgrundlage 3.115 € (entspricht der monatlichen West-Bezugsgröße), Beitrag 2,5 % davon: 77,88 € einheitlich
  • bei Elternzeit: Berechnungsgrundlage 1.557,50/1.435 € (West/Ost, entspricht 50 % der monatlichen Bezugsgröße), Beitrag 2,5 % davon: 38,94/35,88 € (West/Ost)

Freiwillig Versicherte tragen den Beitrag allein.

5. Die wichtigsten Leistungen der Arbeitslosenversicherung

Arbeitslosengeld

Arbeitslosengeld bei Arbeitsunfähigkeit

Behinderung > Ausbildungsgeld

Berufliche Reha > Leistungen (Teilhabe am Arbeitsleben)

Teilnahmekosten

Gründungszuschuss

Übergangsgeld

6. Wer hilft weiter?

Zuständig für die Arbeitslosenversicherung ist die Agentur für Arbeit.

 

Gesetzesquelle: SGB III

Redakteurin: Ines Grocki

Letzte Bearbeitung: 11.02.2019

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