Sozialhilfe > Taschengeld

1. Das Wichtigste in Kürze

Mit Taschengeld wird im Sozialrecht eine Geldleistung des Sozialamts für Hilfesuchende bezeichnet, die in Altenheimen, Pflegeheimen oder Behinderteneinrichtungen leben. Es beträgt für Erwachsene mindestens 112,32 €.

2. Grundsätzliches

Das Taschengeld, im Sozialhilfegesetz "Barbetrag zur persönlichen Verfügung" genannt, ist eine Leistung der Sozialhilfe im Rahmen der Hilfe zum Lebensunterhalt. Es ist nicht zu verwechseln mit dem Taschengeld des Kinder- und Jugendhilfegesetzes, Details dazu unter Unterhaltsleistungen Jugendamt.

3. Voraussetzungen

  • Es gelten dieselben Voraussetzungen wie bei der Hilfe zum Lebensunterhalt.
  • Außerdem muss der Hilfesuchende in einer stationären Einrichtung (Altenheim, Pflegeheim, Behinderteneinrichtung) untergebracht sein.

4. Höhe

  • Hilfeempfänger, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben: Festsetzung durch die zuständigen Landesbehörden.
  • Hilfeempfänger, die das 18. Lebensjahr vollendet haben: Mindestens 112,32 € (= 27 % der Regelbedarfsstufe 1, Näheres unter Regelsätze der Sozialhilfe).
  • Das Taschengeld kann im Einzelfall gemindert werden.

5. Praxistipp für Sozialhilfebewohner im Heim

Heimbewohner, die Sozialhilfe beziehen, müssen nicht mehr Zuzahlungen zu Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung leisten, bis sie die 1-%- bzw. 2-%-Grenze erreicht haben und damit eine Zuzahlungsbefreiung erhalten, sondern haben auch die Möglichkeit, dass der örtlich zuständige Sozialhilfeträger den Gesamtbetrag (99,84 € bzw. bei chronisch Kranken 49,92 €) an die Krankenkasse des Heimbewohners vorab überweist. Dieser als Darlehen gewährte Gesamtbetrag wird dann in monatlichen kleinen Ratenbeträgen mit dem Taschengeld des Heimbewohners verrechnet (§ 37 Abs. 2 SGB XII).

Näheres unter Zuzahlungsbefreiung Krankenversicherung.

6. Wer hilft weiter?

Individuelle Auskünfte erteilt der überörtliche Sozialhilfeträger. Näheres unter Sozialamt.

7. Verwandte Links

Unterhaltsleistungen Jugendamt

Sozialhilfe

Vollstationäre Pflege

Gesetzesquellen: § 31 Abs. 2, § 27 b Abs. 2 SGB XII

Redakteurin: Ines Grocki

Letzte Bearbeitung: 06.06.2018

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