Depressionen > Ernährung

1. Das Wichtigste in Kürze

Depressionen können nicht durch eine Ernährungsumstellung verhindert oder geheilt werden. Trotzdem ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung empfehlenswert, um das Wohlbefinden zu steigern und ernährungsbezogene Nebenwirkungen von Antidepressiva zu mindern. Einzelne Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen dem Konsum bestimmter Nahrungsmittel und dem Auftreten von Depressionen.

2. Wissenschaftliche Zusammenhänge

Bei Depressionen ist ein Mangel der "Glückshormone" Serotonin und Noradrenalin zu beobachten. Kohlenhydrate werden im Körper größtenteils zu Traubenzucker (Glukose) umgewandelt, der die Bauchspeicheldrüse zur Insulinbildung anregt. Insulin erhöht wiederum den Tryptophanspiegel des Gehirns. Tryptophan ist für die Bildung von Serotonin von Bedeutung, das bei der Entstehung von Depressionen eine große Rolle spielt.

Nachfolgend einzelne Studien, die einen wissenschaftlichen Zusammenhang zwischen dem Konsum bestimmter Nahrungsmittel und dem Vorbeugen von Depressionen zeigen:

  • Tryptophan ist z.B. in Bananen, Kakaobohne (Schokolade), Weintrauben, Äpfeln und Pflaumen enthalten - allerdings nur in verschwindend geringen Mengen.
  • Ebenso in der Diskussion ist die Eicosapentaensäure (EPA), eine Omega-3-Fettsäure, die stimmungsaufhellend wirken soll. Die Wirkweise ist jedoch nicht geklärt. Vermutet wird ein Zusammenhang zwischen Fettsäure und Serotonin: Zu wenig Serotonin wird häufig gleichzeitig mit zu wenig Omega-3-Fettsäure beobachtet.
  • Ein hoher Konsum von Fisch und Meeresfrüchten sowie stärkehaltigem Wurzelgemüse wie Kartoffeln soll das Depressionsrisiko mindern.
  • Der Verzehr von raffiniertem Zucker und Milchprodukten soll hingegen das Auftreten einer Depression fördern und sollte daher eher vermieden werden.

3. Ernährung und Antidepressiva

Depressionen können mit Antidepressiva behandelt werden. Diese Medikamente können Nebenwirkungen haben, z.B. sorgen manche für Übelkeit oder Appetitlosigkeit und in der Folge für eine Gewichtsabnahme, andere dagegen für eine Gewichtszunahme. Dies sollte schon bei der Auswahl des Medikaments für die Therapie berücksichtigt werden. Wenn die möglichen Nebenwirkungen tatsächlich eintreten, sollte mit dem Arzt besprochen werden, wie man am besten damit umgeht. Bei einer Gewichtszunahme sollte eine Diät nur in Absprache mit dem Arzt erfolgen, da Antidepressiva bei schlechtem Ernährungszustand in ihrer Wirkung beeinträchtigt werden können.

4. Praxistipp

Viele Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten für eine individuelle Ernährungsberatung.

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Redakteurin: Jutta Meier

Letzte Bearbeitung: 25.07.2018

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