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1. Das Wichtigste in Kürze

Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf an sich harmlose Stoffe, die sich häufig als Entzündung zeigt. Zur besseren Bestimmung einer Allergie sollten Betroffene ein sog. Allergietagebuch führen. Die Kosten für viele antiallergische Medikamente müssen Patienten selbst tragen.

2. Kurzinfo zur Krankheit

Als Allergie wird eine überschießende und unerwünscht starke Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte und in der Regel harmlose Stoffe bezeichnet. Der Körper reagiert mit Entzündungszeichen und bildet Antikörper gegen die sog. "Allergene", z.B. chemische Substanzen, Pollen, Nahrungsmittel, Hausstaubmilben. Schätzungen zufolge gibt es über 20.000 Substanzen, die Allergien auslösen können. Dabei ist es die Reaktion des Körpers, die krank macht, nicht der im Grunde harmlose Stoff.

3. Formen allergischer Erkrankungen

Allergien werden durch unterschiedlichste Stoffe ausgelöst, die auf unterschiedlichen Wegen in den Körper gelangen, und äußern sich in verschiedenen Formen, z.B. als Schnupfen, Atemnot, Juckreiz, Ekzem oder allergischer Schock (Anaphylaxie). Bekannte Allergieformen sind z.B.:

  • Inhalationsallergie
    Ausgelöst durch Einatmen, z.B. von Pollen oder Hausstaub.
  • Nahrungsmittelallergie
    Ausgelöst durch Aufnahme bestimmter Nahrungsmittel, z.B. Nüsse, bestimmte Obstsorten, Kuhmilch (Milcheiweiß), Glutamat
  • Arzneimittelallergie
    Ausgelöst durch bestimmte Medikamentenwirkstoffe, unabhängig davon, ob z.B. Tablette oder Tropfen. Am häufigsten löst Penicillin allergische Reaktionen aus.
  • Insektengiftallergie
    Ausgelöst durch Insektenstiche.
  • Parasitäre oder mikrobielle Allergie
    Ausgelöst z.B. durch Viren, Bakterien oder Parasiten.
  • Kontaktallergie
    Ausgelöst durch Hautkontakt mit einem Allergen, z.B. Inhaltsstoffe in Kosmetika, Metalle (vor allem Nickel), Kunststoffe, Gummi, Weichspüler oder Chemikalien.

4. Verbreitung

Angaben zur Zahl der Allergie-Patienten in Deutschland schwanken stark, da viele Betroffenen nicht in Behandlung sind. Etwa 30 % der erwachsenen Deutschen haben eine ärztlich diagnostizierte Allergie. Der Heuschnupfen (ca. 15 %) ist die häufigste Form, ihm folgen Asthma bronchiale (9 %), Kontaktekzeme (8 %), Nahrungsmittelallergien (5 %), Neurodermitis und Urtikaria (4 %) und Insektengiftallergien (3 %). Generell haben mehr Frauen (36 %) als Männer (24 %) Allergien.

5. Allergietagebuch

Betroffene sollten ein sog. Allergietagebuch führen. Dort können sie alle Beschwerden im Bereich Augen, Nase, Haut, Lunge, die entsprechenden Begleitumstände sowie durchgeführte Untersuchungen und Therapieversuche aufführen. Das Tagebuch dient dem Arzt als Basis für Diagnose und Therapie. Nach und nach entsteht so eine ausführliche Dokumentation der Krankengeschichte, die auch bei einem Arztwechsel, bei Krankenhaus- und Reha-Klinikaufenthalten wichtige Informationen liefert.

6. Kostenübernahme von Anti-Allergika

Im Zuge der Gesundheitsreform 2004 kam es zum Ausschluss von rezeptfreien Medikamenten als Kassenleistung, darunter fielen auch viele Anti-Allergika. Für rezeptfreie Anti-Allergika müssen Patienten daher die Kosten selbst tragen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für ein verschreibungspflichtiges Medikament, müssen Patienten über 18 Jahre eine Zuzahlung in Höhe von max. 10 € leisten, Näheres unter Zuzahlung Krankenversicherung.

7. Psychosoziale Hilfen für Betroffene und Angehörige

Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen finden Sie bei Allergien > Adressen.

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Letzte Bearbeitung: 05.09.2019

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