Ambulante Kinderkrankenpflege

1. Das Wichtigste in Kürze

Ambulante Kinderkrankenpflegedienste pflegen schwer kranke Kinder zu Hause. Ein Krankenhausaufenthalt kann damit verkürzt oder vermieden werden. Die kranken Kinder können in ihrer vertrauten, familiären Umgebung mit Eltern, Geschwistern und Freunden bleiben. Die Kosten können von verschiedenen Kostenträgern übernommen werden. Voraussetzung dafür ist die ärztliche Verordnung von häuslicher Krankenpflege oder die Einstufung in einen Pflegegrad durch den medizinischen Dienst.

2. Zielgruppen

Ambulante Kinderkrankenpflegedienste betreuen und versorgen in der Regel bis zum 18. Geburtstag, in manchen Fällen auch darüber hinaus:

  • Frühgeborene
  • Akut kranke Kinder
  • Chronisch kranke Kinder
  • Kinder mit Behinderungen
  • Schwerst- und unheilbar kranke Kinder

 

3. Leistungen

Die Pflegeversorgung wird entweder durch Kinderkrankenpflegedienste oder ambulante Pflegedienste, die auch Kinderkrankenpflege anbieten, durchgeführt.

Die Aufgaben eines Kinderkrankenpflegedienstes sind sehr vielfältig und umfassen z.B.:

  • Behandlungspflege nach ärztlicher Anordnung, z.B. Wundversorgung, Infusionstherapie, Verabreichen von Medikamenten
  • Grundpflege
  • Verhinderungspflege
  • Pflegeberatung und Pflegeberatungseinsätze
  • Außerklinische Intensivpflege bis zu 24 h am Tag, z.B. bei Heimbeatmung
  • ergänzende Betreuungsleistungen
  • Palliativpflege
  • 24-h-Rufbereitschaft für Notfälle
  • Kindergarten- und Schulbegleitung

Pflegefachkräfte betreuen und pflegen kranke Kinder im häuslichen Umfeld. Betroffene Familien werden im Alltag unterstützt und entlastet.

Kinderkrankenpflegedienste arbeiten in der Regel eng mit Kinderärzten, Kinderkliniken und sozialen Diensten zusammen, um eine ganzheitliche und reibungslose Versorgung des Kindes zu gewährleisten. Das Team einer ambulanten Kinderkrankenpflege besteht meist aus erfahrenen Kinderkrankenschwestern und - pflegern, die oft Zusatzqualifikationen haben.

4. Verordnung und Kostenträger

4.1. Kostenträger

4.1.1. Krankenkasse – Leistungen nach SGB V

Die genannten Leistungen werden von der Krankenkasse nur bei medizinischer Notwendigkeit genehmigt und übernommen. Deshalb ist eine Verordnung durch einen Kinderarzt oder eine Klinik bei vorherigem Krankenhausaufenthalt notwendig.

4.1.2. Pflegekasse – Leistungen nach SGB XI

Wenn das Kind als pflegebedürftig eingestuft ist, zahlt die Pflegekasse Leistungen entsprechend des Pflegegrads des Kindes. Näheres unter Pflegeantrag und Pflegebegutachtung. Zudem können jährlich bis zu 1.612 € für Ersatzpflege (auch Verhinderungspflege genannt) beantragt werden, unabhängig vom Pflegegrad.

Als weitere Kostenträger für einzelne Leistungen oder auch Beratungsangebote können Träger der Sozialhilfe, Jugendämter, Träger der gesetzlichen Unfallversicherung oder Träger der Eingliederungshilfe in Frage kommen.

5. Wer hilft weiter?

6. Verwandte Links

Kinderhospize

Ambulante Kinderhospizdienste

Beschäftigung in der finalen Lebensphase

Kinderpflege-Krankengeld

Pflege > Leistungen

Leistungen für Eltern, Kinder und Jugendliche

Ratgeber Leistungen für Eltern

 

Rechtsgrundlage: § 37 SGB V

Letzte Bearbeitung: 24.02.2022

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