Epilepsie > Kinder

1. Das Wichtigste in Kürze

Bei epilepsiekranken Kindern sind unbedingt Erzieher bzw. Lehrer zu informieren, um richtiges Verhalten im Fall eines Anfalls zu gewährleisten. Kinder sollten so weit wie möglich am Schulsport teilnehmen.

2. Aufklärung und Beobachtung der Erkrankung

Auffälligkeiten oder Anfälle treten oft zum ersten Mal in Kindergarten oder Schule auf. Es ist deshalb wichtig, dass Erzieher/Lehrer die Kinder beobachten und ihre Beobachtungen den Eltern mitteilen. Die Details helfen bei der Diagnosestellung und Therapie und sollten deshalb unbedingt dem Facharzt weitergegeben werden.

Wenn bereits die Gefahr von Anfällen besteht, sollten die Eltern die Erzieher bzw. Lehrer unbedingt davon unterrichten, damit diese wissen, wie sie bei einem Anfall richtig reagieren. Das Wissen über die Krankheit und das richtige Verhalten bei einem Anfall kann Panik und Hilflosigkeit vermeiden.

Auch die anderen Kinder in der Gruppe bzw. Klasse sollten über die Erkrankung aufgeklärt werden. Denn das wichtigste Ziel ist, Ablehnung und Ausgrenzung des anfallskranken Kindes zu vermeiden. Das ist nicht immer einfach bei dieser Erkrankung, denn die Anfälle treten plötzlich auf, sie können bei Kindern Irritationen hervorrufen und auch viele Erwachsene haben Mühe im vorurteilsfreien Umgang mit Epilepsie.

Die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erziehern/Lehrern ist auch bei anfallsfreien Kindern wichtig, um mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten oder anderen Behandlungsmaßnahmen gemeinsam zu beobachten.

3. Medikamentengabe

Die Gabe von Medikamenten durch Erzieher/Lehrer im Kindergarten bzw. in der Schule ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Eine Pflicht für Erzieher/Lehrer, Medikamente zu geben, gibt es nicht. Zum Teil gibt es Ängste und Vorbehalte zu Haftungsfragen. Im Sinne einer Integration und altersgemäßen Entwicklung des Kindes sollte man mit den jeweiligen Verantwortlichen gemeinsam nach sicheren und für alle Beteiligten akzeptierbaren Lösungen suchen. Selbsthilfegruppen und Epilepsieberater können mit Erfahrungen und Formularen helfen, aber auch die zuständigen Ministerien oder Fachbehörden der Kindergärten/Schulen halten zum Teil Informationen und Empfehlungen bereit.

4. Schulsport

Schulsport ist besonders für die Integration in der Klasse und das Selbstbewusstsein des Kindes wichtig. Wenn ein Kind bereits über einen Zeitraum von 1-2 Jahren anfallsfrei ist, kann es grundsätzlich jede Sportart ausüben.

Anders ist es jedoch bei häufigen Anfällen, die nicht einschätzbar sind, doch auch hier ist ein generelles Sportverbot nicht sinnvoll. Grundsätzlich gilt: Nicht alleine ins Wasser und keine absturzgefährdeten Sportarten wie Klettern oder Schwebebalken ausüben. Hier sollte zuerst der Rat des Facharztes eingeholt werden.

5. Praxistipps

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Redakteur: Max Glaser

Letzte Bearbeitung: 18.07.2018

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