Neurodermitis > Medizinische Rehabilitation

1. Das Wichtigste in Kürze

Bei Neurodermitis kann eine ambulante oder stationäre Medizinische Reha Teil des Behandlungskonzepts sein. Ziele der Reha sind neben der Verbesserung der Hautsymptomatik auch die Akzeptanz der Krankheit und die Stärkung des Selbstbewusstseins.

2. Ablauf und Inhalt der Reha

Für Patienten mit Neurodermitis wird überwiegend eine ambulante Reha in Wohnortnähe empfohlen. Der Vorteil hierbei ist, dass der Patient in seiner gewohnten Umgebung unter den alltäglichen Bedingungen geschult und behandelt werden kann.

Eine stationäre Reha wird vor allem dann empfohlen, wenn sehr zeit- und personalintensive diagnostische und therapeutische Maßnahmen erforderlich sind. Besteht z.B. ein starker Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Verschlechterung der Neurodermitis, müssen länger andauernde und aufwendige Nahrungsmittelauslasstests und -provokationstests durchgeführt werden. Hierbei ist eine stationäre Aufnahme hilfreich, um jederzeit die Hilfe von Ernährungsberatern oder medizinischem Fachpersonal in Anspruch nehmen zu können. Es sollte bedacht werden, dass stationäre Reha-Kliniken für Patienten mit Neurodermitis häufig in heilklimatischen und allergenarmen Regionen angesiedelt sind. Dies führt häufig zu einer vorübergehenden Verbesserung des Gesundheitszustands. Dies kann sich unter den gewohnten klimatischen Bedingungen jedoch wieder ändern, was eine Anpassung der in der Reha-Klinik angewandten Behandlung erforderlich macht.

Inhalte der Reha können z.B. sein:

  • Beratung, Vorträge und Schulungen im Zusammenhang mit der Erkrankung
  • Allergietests, Nahrungsmittelauslasstests
  • Erlernen von Maßnahmen zur Hautpflege
  • Psychologische Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung
  • Medizinische Bäder, Bewegungstherapie
  • Verhaltenstraining, z.B. Vermeiden von Kratzen an juckenden Hautstellen

3. Ziele

Je nach Gesundheitszustand und psychischer Verfassung des Patienten werden unterschiedliche Ziele verfolgt, z.B.:

  • Verbesserung der Hautsymptomatik
  • Erarbeiten eines Plans zum Krankheitsmanagement (z.B. Anwendung von Cremes, die während der Reha ausgetestet wurden, bei plötzlicher Verschlechterung der Haut)
  • Förderung der Krankheitsakzeptanz
  • Stärkung des Selbstbewusstseins

4. Sozialrechtliche Bestimmungen

Die nachfolgenden Links führen zu den sozialrechtlichen Bestimmungen rund um Leistungen der Medizinische Reha, die bei Neurodermitis infrage kommen können:

Detaillierte Informationen zur Rehabilitation bietet die "Arbeitshilfe für die Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit allergischen Hauterkrankungen" der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR), kostenloser Download oder Bestellung (2 €) unter www.bar-frankfurt.de > Publikationen > Arbeitshilfen.

 

Weitere hilfreiche Informationen, z.B. zum Grad der Behinderung bei Neurodermitis oder Hautpflege und Juckreiz, finden Sie unter Neurodermitis.

Letzte Bearbeitung: 12.09.2019

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